Kandidatur für den Landesvorsitz der NRW Jusos

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Jusos,

mit diesem Schreiben werbe ich um euer Vertrauen für die große Aufgabe, Vorsitzende des besten Landesverbandes der Welt zu werden. Bei den NRW Jusos habe ich angefangen. Hier habe ich den Mut gefunden, den Mund aufzumachen und klar für unser Ziel einer Gesellschaft der Freien und Gleichen zu kämpfen. Durch die Arbeit im Verband habe ich immer wieder neu die Hoffnung geschöpft, dass unsere Welt gestaltbar ist – auch jenseits von pragmatischer und kapitalistischer Gegenwart.
Seit etwa einem Jahr bin ich für diesen tollen Verband im Bundesvorstand der Jusos. Ich habe in der #nogroko Zeit eine Intensivkur hinsichtlich der Stärken und besonders auch Schwächen unserer Partei gemacht. Diese Zeit hat mich persönlich sehr geprägt und mich in dem Schritt ermutigt die nächste Landesvorsitzende der NRW Jusos zu sein. Nach über 20 Jahren von Vorsitzenden wäre mir das insbesondere als KandidatIN eine große Ehre. Ich weiß aber auch, dass ich eine erfolgreiche Amtszeit nur schaffen kann, wenn wir die nächsten zwei Jahre gemeinsam angehen.

Wenn nicht jetzt wann dann?

Für mich ist klar, welche riesige Chance wir jetzt haben: Die neue errungene Stärke der Jusos im Landesvorstand der NRW SPD gekoppelt mit der Kampagnenstärke der NRW Jusos kann und muss einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die NRW SPD neu aufzustellen. Unsere Stärke muss die Partei dazu bringen, sich klar links zu verorten und sich unverkennbar auf die Seite der Arbeit zu stellen, und nicht mehr dem Kapital hinterherzulaufen (schöne Grüße an die Mitte-Rechts Regierung in NRW). Als Landesvorsitzende werde ich dafür Sorge tragen, dass dies mit Nachdruck geschieht und kein Lippenbekenntnis bleibt. Dabei könnt ihr euch – wie in der Vergangenheit im Bundesvorstand auch – darauf verlassen, dass ich fair und ohne falsche Scheu unsere Positionen sehr deutlich machen und behaupten werde.
Wir Jusos können und müssen den Mund aufmachen und mit unseren Ideen und Idealen selbst die Veränderung in unserer Mutterpartei sein. Diese Arbeit endet aber nicht an den Grenzen NRWs, sondern ist integraler Bestandteil einer Erneuerung unserer gesamten Partei. Denn nur eine neuaufgestellte, klar links positionierte NRW SPD kann das Fundament einer anderen Bundes-SPD sein. Diese andere SPD ist heute mehr denn je so dringend notwendig, wenn wir unsere Welt nicht den Neoliberalen und rechten Hetzer*innen überlassen wollen. Denn es gibt so viel, über das wir sprechen müssen.

Wessen Welt ist die Welt?

Denn obwohl Unternehmen riesige Überschüsse erwirtschaften, entlassen sie ihre Mitarbeiter*innen. Das passiert zum Beispiel gerade bei Siemens in Mülheim. Und obwohl die Vermögensakkumulation immer weiter wächst, wird nichts unternommen um dieses Vermögen angemessen zu besteuern. Besonders in einigen Teilen NRWs ist die Kinder- und Altersarmut erschreckend hoch. Die Obdachlosigkeit steigt. Breite Schultern tragen mehr – genau darüber müssen wir reden.
Wir erleben derzeit einen technischen Umbruch wie zuletzt zu Zeiten der industriellen Revolution. Wie können wir diesen Wandel nutzen, um der sozialistischen Gesellschaft der Freien und Gleichen näher zu kommen? Wie wird denn der technische Fortschritt zum sozialen? Darüber müssen wir reden.
Stattdessen aber sprechen wir über ANKER-Zentren, wir sprechen über den Vollhorst der Republik, der sich über 69 abgeschobene Geflüchtete als Geburtstagsgeschenk freut. Wir sprechen über vermeintlich kriminelle Geflüchtete und darüber, ob die nicht zu Recht im Mittelmeer ertrinken. Wir erleben einen Verfassungsschutz, der die AfD berät anstatt diejenigen zu warnen, die auf den Feindeslisten dieser Nazis stehen. Wir erleben, dass Geflüchtetenunterkünfte brennen und es niemanden interessiert.
Wir hören nachdenkliche Stimmen, die sagen: So war es damals auch, denn mit der Gleichgültigkeit hat es angefangen. Wehret den Anfängen sagen wir. Doch wann ist er da, der Anfang? Und sind wir nicht dem Abgrund längst einen Schritt näher gekommen?
Als Landesvorsitzende möchte ich mit euch beides tun: Gegenhalten, keinen Millimeter nachgeben. Aber auch zeigen, dass Zusammenhalt und Solidarität nicht nur für Menschen unterschiedlicher Herkunft eine Verpflichtung ist. Sie ist es auch und erst recht für Menschen mit unterschiedlichem Kontostand. Ich will es nicht mehr durchgehen lassen, dass Geflüchtete die Blitzableiter*innen wachsender Abstiegsängste sind, die vor allem durch die neoliberalen Reformen erst aufgekommen sind. Umverteilung – und zwar nicht von ganz unten nach unten, sondern von oben nach unten, kann, muss die Antwort sein!

Wahlkampf ist jeden Tag

Mit den kommenden Europa- und Kommunalwahlen wird es an uns sein zu zeigen, dass Solidarität nicht nur ein abstraktes Wort bleibt, sondern sowohl auf europäischer als auch auf kommunaler Ebene mit Leben gefüllt wird. In NRW haben wir Jusos ein tolles Team für die Europawahlen aufgestellt. Ganz konkrete Verbesserungen für die Menschen müssen wir aber auch oft auf der kommunalen Ebene erstreiten. Deswegen ist es mein Ziel, dass viele engagierte Jusos in die kommunalen Parlamente einziehen und in der ganz praktischen Arbeit vor Ort zeigen können, wie das mit der linken Kommunalpolitik geht. Dabei weiß ich aus meiner Arbeit als stellvertretende Unterbezirksvorsitzende der SPD Bonn auch, dass die ersten Überlegungen für die Aufstellung unserer Partei bei den Kommunalwahlen 2020 längst angelaufen sind. Wir dürfen hier also keine Zeit verlieren.
Nicht nur auf kommunaler Ebene, sondern auch darüber hinaus, sind es besonders die Unterbezirke und Kreisverbände, die unsere Kampagnenfähigkeit erst möglich machen. Wie viel Arbeit das oft vor Ort bedeutet, weiß ich aus meiner langjährigen Tätigkeit als Unterbezirksvorsitzende der Jusos Bonn. Deshalb ist mir die Unterstützung der Unterbezirke und Kreisverbände besonders wichtig.

Wir schreiben Geschichte

Im Rahmen von #spderneuern wird immer wieder davon gesprochen, dass wir eine neue Erzählung brauchen. Es ist Zeit wieder einmal unseren Beitrag dazu zu leisten und eine neue Kampagne zu starten, die genau das tut!
In den nächsten zwei Jahren steht viel auf dem Spiel. Wenn das aber jemand rocken kann, dann wir alle gemeinsam. Ich bitte euch daher um eure Stimme als Landesvorsitzende bei der kommenden Landeskonferenz in Oberhausen. Ich möchte zusammen mit euch ein neues Kapitel der NRW Jusos aber auch der NRWSPD schreiben und lade dich dazu ein, Teil dieser Geschichte zu werden.

Sozialistische Grüße & ein herzliches Glück Auf!
Jessica

Wer bin ich?

Ich bin 25 Jahre alt und schreibe aktuell meine Masterarbeit. Ich arbeite als Vertretungslehrkraft und wohne in Bonn. Hier war ich drei Jahre lang Unterbezirksvorsitzende der Jusos. Seit 2016 bin ich stellvertretende Unterbezirksvorsitzende der Bonner SPD und seit November 2017 stellvertretende Bundesvorsitzende der Jusos (Von diesem Amt werde ich selbstverständlich zurücktreten). Ich bin Mitglied der AWO sowie der GEW. Außerdem natürlich, wie sich das im Rheinland gehört, im Karnevalsverein. Wenn ihr noch Fragen an mich habt, schreibt mir eine Email (JessicaRosenthal[at]web.de) oder bei Facebook. Gerne komme ich auch in eurem Unterbezirk oder Kreisverband vorbei. Ladet mich ein!

 

Hier gibt es die Kandidatur als PDF zum Download.